Alma

Barista Ecke: take und makeover

25. August 2026

Die Mediamatiker-Ausbildungszeit bei YOLU ist, wie ihr wahrscheinlich bereits bemerkt habt, sehr abwechslungsreich und vielfältig. In der letzten Zeit war ich nämlich mehr mit Plättlilegerinnen-Tätigkeiten beschäftigt.

Wie ist es nun aber dazu gekommen?

Vor paar Wochen durfte ich die Verantwortung über die zuvor von Joscha gegründete und von Linea geführte Barista-Ecke übernehmen. Ich hatte irgendwie das Bedürfnis, etwas zu verändern. Grundsätzlich lief ja alles und in den meisten Pausen wird auch Kaffee serviert, aber alles mehr im Standby-Modus nebenbei.

Ideenfindung

Ich begann also mal wieder mit viel Brainstorming – analog, digital, in Gesprächen, auf Papier und und und. So probierte ich, meine Gedanken einigermassen festzuhalten und zu sortieren, und kam zum Entschluss, das Projekt in mehreren Steps anzugehen. Beginnen wollte ich mit dem Renovieren der Ecke. Das heisst: direkt ein neues Möbel bauen. Denn ganz offen und ehrlich gesagt war mir der ehemalige Y-Tisch ein echter Dorn im Auge. Also begannen wir genau dort.

brainstorming auf milanote

Neuer Bar Tresen

Einblick in mein Pinterest board

Konzept & Moodboard

Der Plan lautete also: einen neuen Bar-Tresen bauen. Die Besonderheit – es soll eine Bar aus Keramikplättli werden. Nach viiiiel Recherche und der Suche nach bezahlbaren Plättchen sind Joscha und ich in eine Anschauhalle gegangen.

Recherche & Materialsuche

Die Kriterien für die Plättli:

  • Zellige-Struktur = organisch, nicht zu regelmässig industriell

  • satte, kräftige Farben, die aber nicht zu fest nach Badezimmer aussehen

  • nicht zu teuer

Schon beim Betreten dieser Besichtigungshalle wurde uns bewusst, dass die Plättchen ziemlich wahrscheinlich ausserhalb unserer Preisklasse sein werden – auf Basis des riesigen Kronleuchters an der Decke, der fancy Designer-Einrichtung und der klassischen Musik, die im Hintergrund lief. Wir haben uns trotzdem umgeschaut, uns von der hilfsbereiten Verkäuferin beraten lassen und paar preiswertere Optionen angeschaut. Dadurch konnten wir ganz gut eine Idee darüber bekommen, wonach wir suchen.

Zurück im Effinger und nach noch mehr Recherche bestellte ich schlussendlich grüne, quadratische Zellige-Plättli über einen Shop aus Berlin – hergestellt werden sie in Spanien. Der erste Schritt war also gemacht, jetzt gab es kein Zurück mehr und Zeit, das Holzgerüst zu bauen. Glücklicherweise konnten wir fast das ganze Material aus der Werkstatt und dem Keller brauchen und so ordentlich Kosten sparen.

Umsetzung part 1: Grundgestell

Das Grundgerüst haben grösstenteils Maël und Joscha gebaut. Drei Tage später stand also ein nacktes Holzmöbel in der Küche. Irgendwo in der Rechnung sind aber paar Zahlen abhandengekommen, denn das Möbel war auf einmal zu hoch und nicht breit genug. Also habe ich kurzerhand mit der Stichsäge und Jonis Hilfe paar Zentimeter abgesägt. Für die zu dünne Breite musste jedoch noch eine Lösung hin. Also montierten Eva und ich noch ein weiteres Brett an. als dann das ganze finetuning irgendwann gemacht war, kamen endlich die mittlerweile angekommenen plättli zum einsatz.

Umsetzung Part 2: "Plättle"

Im Nachhinein betrachtet war dieser Part wohl der zeitintensivste. Aber nach etwa einer Woche, vielen Helfern und ein bisschen Pfusch;) konnte gefugt werden. Professioneller wurde es jedoch nicht, denn irgendwann klatschten wir die Paste einfach mit unseren Fingern in die Zwischenräume – was erstaunlich gut klappte. Jetzt fehlten also nur noch die Tischplatte und ein schöner Abschluss.

Umsetzung Part 3: Tischplatte, Füsse und Beleuchtung

Mit Joni zusammen habe ich die bereits im Effinger vorhandene Tischplatte behandelt, die ecken Abgerundet und Montiert, und einen Metallabschluss angebracht, der gleichzeitig als Magnetwand dient. Parallel dazu hat Aviel massgeschneiderte Tischfüsse 3D-gedruckt. und zum Abschluss montierte ich noch led strips von Christoph die hier ein neues zuhause fanden.

Learnings:

So ein Projekt braucht mehr Planung und Zeit als ursprünglich erwartet. Ohne sorgfältige Planung muss man umso offener fürs Improvisieren sein. Ich bin wie meistens relativ spontan ins Projekt gestartet und habe dementsprechend mehr umplanen müssen als anfangs erwartet. Auch finanziell habe ich das Projekt unterschätzt: statt der erwarteten 3 brauchte ich schlussendlich 8 Tuben Kleber, was dann doch schnell ins Geld geht...

Während der Plättlisuche haben wir im Haus nach Lösungen gesucht, die Plättli möglichst kostengünstig zu bekommen. Auch wenn daraus nichts wurde, empfand ich es auch hier als äusserst hilfreich, ein Netzwerk zu haben.

Als ich das Holzgestell in die Küche stellte, kamen viele Meinungen und Ideen zusammen. Mein Fazit daraus: Feedback von aussen kann sehr wertvoll sein – solange man nur das für sich Hilfreiche rausnimmt.

Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass der Tresen nun so dasteht, und an alle, die geduldig gewartet und ihren Kaffee neben einer Baustelle getrunken haben;)